Tödliche Sicherheit



Reportage zum Thema Unfallrettung

07.06.08 - SAT1 Das Automagazin -Tödliche Sicherheit von Martin Becker (zum Video)

Feuerwehrausbilder André Weiss
Infos und Kontakt:
http://rescue-training-center.de/

 


Tödliche Sicherheit - von Martin Becker

Textauszüge

Autos sind heutzutage topmodern, schnell und vor allem eines: sicher. Dafür sorgen bis zu 16 Airbags, das Antischleuder-Programm ESP und vor allem eine stabile Fahrgastzelle, die Insassen auch bei hohen Geschwindigkeiten schützt. Der Haken: Die Rettung von Schwerverletzten aus Wracks moderner Autos wird immer schwieriger.

Wenn moderne Technik die Unfallrettung behindert

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Aber: für die Retter wird es immer komplizierter, Unfallopfer schnell zu befreien. In modernen Autos ist man zwar sicher, aber leider auch sicher vor der Feuerwehr, sagt Feuerwehrausbilder Andre Weiss: „Wie schnell es Neuerungen an Autos gibt, wie schnell neue Fahrzeuge in die Produktion reinkommen, das ist immens. Und auch die Rettungsgeräte müssen ständig weiterentwickelt werden, dass die nachziehen können.“ Auch die Feuerwehren müssen sich auf diese Fahrzeuge einstellen. Die Sicherheits-Technik hat in den vergangenen Jahren enorme Fortschritte gemacht. Das Material wird immer besser. Karosserien sind sicher wie Fort Knox, nur schwer zu knacken.
Feuerwehrleute müssen geschult werden


Wir sind exklusiv dabei, als Andre Weiss ein Team von Rettern schult. Von ihrem Können hängen Menschleben ab. Zweifel und Zeitverlust können tödliche Folgen haben. Der Coach gibt wichtige Tipps: „Wenn nur noch ein Scharnier da ist, nicht unterhalb des Scharnieres spreizen, sondern immer oberhalb des Scharniers.“ Eine Rettungs-Schere entwickelt eine Schneid-Kraft von mehr als 70 Tonnen. Aber selbst die hat es schwer gegen Säulen aus hochfestem Stahlrohr, weiß Andre Weiss:


„Das ist ein Borstahl am Auto, der so ziemlich die gleiche Qualität hat wie die Messer. Also, treffe ich hier auf gleiche Materialien, wo ich als Geräteführer aufpassen muss: Wo kann ich heut überhaupt noch so ein Fahrzeug schneiden.“


Airbags als Gefahrenquelle


Auch von Airbags kann Gefahr ausgehen. Bis zu 16 Stück sind in modernen Autos verbaut. Im Normalfall retten sie Leben. Wie gefährlich es aber ist, aus Versehen in den Gasgenerator eines Airbags zu schneiden, zeigt dieser Lehrfilm. Ein Schnitt an der falschen Stelle und es kommt zur Explosion. Gefahr für Retter und Verletzte – und eine ernorme Belastung für die Feuerwehrleute. Die schwerverletzten Menschen, die sie retten wollen, bekommen davon meist nichts mit, wie Unfallopfer Ina Kutscher: „Ich hab gemerkt, es passiert was ganz Schreckliches. Es ist was ganz, ganz Ernsthaftes, was da passiert. Und dank ihnen bin ich nicht gestorben. Sie haben erste Hilfe geleistet und haben mich immer wieder zurückgeholt.“ Menschen wie Ina Kutscher überleben, gerade weil Autos heutzutage besser verbaut sind als ihre Vorgänger.


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Das Ziel: Sichere Autos, die im Notfall schnell und gefahrlos geöffnet werden können. Damit die Feuerwehr noch bessere Chancen hat, Menschen wie Ina Kutscher das Leben zu retten.