Projekt und Mitarbeiter "jeden kann es treffen"

Das Projekt ist ein Zusammenschluss von Menschen, die in persönlichen Texten ihr Erlebtes schildern. Durch ihr Porträt geben sie den Unfallzahlen ein Gesicht.

So unterschiedlich die Schicksale und Texte sind, eines verbindet alle Mitwirkenden:
der Wille aufzurütteln, damit Ihnen, Ihrer Familie und Freunden... ein ähnliches Schicksal erspart bleibt.

Die Ausstellung, das Buch soll sensibilisieren und präventiv für mehr Verständnis, Rücksicht und Verantwortung im Straßenverkehr, im Leben, bewegen.
Ausstellung und Buch können zu Ausbildungszwecken, zur Sensibilisierung, zum Nachdenken, zum Aufzeigen der Dankbarkeit den Rettern gegenüber, präventiv, ..... eingesetzt werden.

Jeden kann es treffen
ohne Vorwarnung.

In Sekunden passieren Dinge, deren schreckliche Konsequenzen man nie wieder rückgängig machen kann, auch wenn man es noch so sehr möchte. Gibt Termindruck das Recht zu rasen, ist es nötig, sich über Angeberverhalten im Straßenverkehr zu beweisen, hat man wirklich immer alles im Griff …?
Bin ich mir bewußt was Retter leisten, weiß ich wie es ist mit Tod und Trauer leben zu müssen... ?

 

Es berichten


Unfallopfer und Hinterbliebene, die von einer Sekunde zur nächsten eine tiefgreifende Veränderung
in ihrem Leben erfahren haben.

Ersthelfer, die sich der Rettung des Lebens verschrieben haben, und die sich jeden
Tag aufs Neue durch die Autotrümmer arbeiten:
Rettungsflieger, Feuerwehrleute, Polizisten, Sanitäter...

Unfallbeteiligte aus unterschiedlichen Gründen.


Bitte nehmen Sie sich Zeit für die Homepage, denn es erforderte viel Mut und Offenheit von allen Beteiligten, das Erlebte in Worte zu fassen. Danke – im Namen aller Mitwirkenden

 



Porträs und kurze Textauszüge aus den persönlichen Berichten
von den Mitwirkenden. In der Ausstellung sind die vollständigen Texte, Fotos und einige private
Dokumentationsmappen zu sehen.

Burkhard

hatte am 13. Oktober 1990 einen Autounfall

"... Der Lkw-Fahrer hat mich festgehalten und meine Hände
runtergedrückt. Ich wollte mir immer über das Gesicht wischen, ich hatte die ganzen Hände voller Scherben und mein Auge hing auf meiner Wange, sie hatten Angst, dass ich mir die Sehnerven zerstöre..."

 

 

 

 

Mike

Polizist

"... Ich habe in meiner Dienstzeit schon mehrere, schwere Unfälle mit Schwerstverletzten und Toten erlebt. Dabei ist mir aufgefallen, dass in den ersten Momenten am Ereignisort eine eigentümliche Ruhe herrscht und man das Gefühl hat, die Zeit ist für ein paar Augenblicke einfach stehen geblieben, um dem Gehirn die Möglichkeit zu geben, dass Gesehene festzubrennen. ..."

 

 

 

 

Matthias

leistete auf der Autobahn einem Motorradfahrer erste Hilfe

"... alle waren wie gelähmt, komischerweise dachte ich über
nichts nach, stieg aus, lief zu ihm und zog seine Zunge aus
dem Rachen..."

 

 

 

 

Katja

Rettungsärztin

"... denke ich noch an den Motorradfahrer, der unverschuldet in einen Unfall verwickelt war und bei unserem Eintreffen am Unfallort verstarb. Äußerlich war er unversehrt und sah schlafend aus.

Dann der Kontakt mit den Angehörigen, er gibt einem anonymen Menschen ein Gesicht. Die vielen weinenden Mütter und Väter.
Der Motorradhelm als letztes Erinnerungsstück ..."

 

 

 

 

Hans-Christian

Polizist

"... Da sind Bilder von Verunglückten, Schreie von Angehörigen, die gesehen haben, wie gerade ein 18-Tonner über den Kopf ihres 9 Jahre alten Kindes fuhr. Ein unter Schock stehender Brummifahrer, der noch gar nicht weiß, dass er die nächsten 40 Jahre nicht schlafen kann, der Geruch von Blut, sensationsgeile Reporter...

und das einzige, an das man denkt: DU musst funktionieren! ..."

 

 

 

 

Juliane

erlitt im August 2001 einen Autounfall

"... Ich habe heute Angst davor, irgendwann noch mal so etwas zu erleben. Ich möchte nicht wissen, wie ein Aufprall mit einer höheren Geschwindigkeit ist weil das für mich schon sehr heftig war. ..."

 

 

 

 

Pia

verlor am 11. Oktober 2001 um 7.23 ihren Freund
auf der Autobahn

"... Kurze Zeit später hörte Volkers Herz auf zu schlagen, und
er starb in meinen Armen, die ich vorsichtig um ihn gelegt hatte.
Seine Augen waren geschlossen, als ich ihn das letzte mal küsste ..."

 

 

 

 

Jan

hatte einen Mopedunfall und verlor seine Freundin bei einem Autounfall

"... Jugendlicher Leichtsinn, die Disco und ein paar Bier ließen mich mein Moped nicht mehr beherrschen. Eine Kurve konnte ich nicht bewältigen, ich rutschte auf Schotter aus, und mein linkes Knie wurde an einem Baum zertrümmert. Daraufhin verlor ich ein Bein.

Mein Leben konnte ich meistern bis meine Freundin unschuldig
bei einem Autounfall starb, seitdem besteht es aus einer Achter-bahnfahrt zwischen Agonie und Hoffnung ..."

 

 

 

 

Guido

Polizeikommissar

"... Aber gerade dieser Unfall hat mich bewegt, denn ich erfuhr später, dass der Junge vor kurzem erst Vater geworden war.
Ich fand es schlimm, dass ein so junger Mensch unter solchen Umständen sein Leben verlor, seine Familie zerstörte und durch seine Raserei auch noch die Gesundheit anderer Menschen beeinträchtigte ..."

 

 

 

 

Olaf

Berufsfeuerwehrmann

"... Trotz alledem darf man nicht vergessen, dass das Gesicht
der Retter oftmals das Letzte ist, in das die Patienten hineinschauen. Dieses Gesicht nehmen sie mit in den Tod. Das Gesicht derjenigen, die helfen wollten, aber nicht konnten.
Unweigerlich stellt sich mir die nächste Frage: Mit welchem Eindruck von einem, sterben diese Menschen? ..."

 

 

 

 

Mario

hatte Sonntagmorgens 1985 einen Autounfall

"... Plötzlich verlor ich aufgrund zu hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über den Wagen. Ich kam von der Straße ab, fuhr
durch den Graben, und wurde dann auf die andere Straßenseite katapultiert ..."

 

 

 

 

 

Heike R.

ihr Mann starb bei einem Verkehrsunfall

"... Mein Mann, damals 41 Jahre alt und selbst Retter, arbeitete als Feuerwehrtaucher bei der Berliner Feuerwehr.

Er wurde mitten in der Berliner City auf seinem Fahrrad von einem Lkw überrollt. Seine eigenen Kollegen haben ihn am Unfallort geborgen. Wir wissen bis heute nicht, wie alles passiert ist. Niemand hat es genau gesehen - sagte man uns ..."

 

 

 

 

 

Frederik

erlitt am 1. März 1990 einen Unfall

"... Ich kam nachmittags von der Schule nach Hause, und meine Mutter wartete auf der anderen Straßenseite des Bahnhofs auf mich. Als ich die Straße überqueren wollte leider an einer eher unübersichtlichen Stelle erfasste mich ein weißer Opel Kadett von links. Ich bin zurück auf den Bürgersteig gefallen und mein linkes Bein war zwei Mal gebrochen.
Das Auto fuhr einfach weiter ohne anzuhalten. Ich war damals
13 Jahre alt ..."

 

 

 

 

Evelyn

leistete bei einem Autounfall erste Hilfe

"... Während der junge Mann zum nächsten Haus lief, um den Notarzt zu rufen, bin ich in das Auto geklettert und habe versucht, möglichst ruhig auf die Frau einzureden. Dabei habe
ich sie in den Arm genommen und ihr beruhigend über das Haar gestrichen ..."

 

 

 

 

Melanie

ihr Bruder Benjamin erlitt einen Verkehrsunfall

"... Mein Bruder Benjamin wurde am 11. August 1998 beim Fahrradfahren von einem Lkw überrollt.

Ein paar Gedanken von Benjamin: "... Am Unfallort habe ich gefragt, muss ich jetzt sterben? ... Die nächste bewusste Erinnerung lag darin, dass ich wahnsinnige Schmerzen hatte und glaubte, in meinem Bett zu liegen; aber ich hatte doch Schulferien, und das konnte alles so nicht sein. ..."

 

 

 

 

Jürgen

leistete mehrfach erste Hilfe

"... Bei einem anderen überholte ein Jugendlicher sehr riskant Gleichaltrige. Diese verloren die Kontrolle über ihr Auto und prallten gegen einen Baum. Die Beifahrerin wurde dabei so schwer verletzt, dass sie das Bewusstsein verlor ..."

 

 

 

 

Simone und Aida

Simone erlitt am 21. Juni 2003 einen Autounfall

"... Da passierte es. Von hinten fuhr mir ein Mann ungebremst,
mit etwa 100 km/h (bei 70 km/h Höchstgeschwindigkeit) in meinen Wagen, genau an die Stelle an der mein kleiner Engel Aida immer sitzt. Einen Moment früher und er hätte mich in den Gegenverkehr geschleudert. ...

Die Hauptsache ist aber, dass mein Kind nicht im Auto war.
Wir hatten einen Schutzengel ..."

 

 

 

 

Bernd

Polizist Verkehrsermittlungsdienst

"... Leider gibt es immer wieder unterschiedliche Verhaltensweisen bestimmter Altersgruppen, bei denen man mit Unfällen dieser Art rechnen muss. Besonders das sogenannte Angebergehabe wie - ich kann es besser als der! - oder - ich habe das schnellere Auto, die breiteren Reifen und den lauteren Auspuff! - wäre hier zu nennen ..."

 

 

 

 

Christian D.

erlitt am 11. März 1995 als Sozius einen Motorradunfall

"... Vielleicht war es auch das Bedürfnis, auf der anderen Seite
zu stehen, das mich dazu bewegt hat, über den Rettungsdienst zu meinem jetzigen Beruf als Krankenpfleger zu finden.
Selbst jemandem zu helfen, nachdem ich von so vielen Menschen, Rettungsdienst, Krankenschwestern und Ärzten, Hilfe bekommen habe ..."

 

 

 

 

Sylvia und Uwe

verloren am 03. Mai 2005 ihre Tochter Gina-Lucia bei einem Autounfall
Sylvia: "... Sie wurde so brutal und ohne Sinn von uns genommen. Ich hätte nie gedacht oder mir vorstellen können, dass uns so etwas Furchtbares passieren könnte ..."
Uwe: "... Meinem Gefühl nach ist es wichtig, dass der Verursacher sich dem Unfallopfer gegenüber menschlich zeigt. Dies bedeutet für mich, dass er sich mit dem Geschehenen ehrlich auseinander setzt, eine Seele und Herz zeigt, sein Mitgefühl und Reue dem Opfer vermittelt. Es ist schlimm, das Gefühl zu bekommen, dass das eigene Unglück oder der Tot eines Angehörigen, von dem Verursacher mit Gleichgültigkeit behandelt wird ..."

gedenkseite für gina-lucia

 

 

Thomas S.

erlitt am 05. Juni 1985 einen Motorradunfall

"... Ein schwerer Motorradunfall, am 5. Juni 1985, veränderte mein Leben und zerstörte sämtliche Träume, Wünsche und Vorstellungen für meinen weiteren Lebens- und Dienstweg! ...

Immer wieder frage ich mich, warum musstest du gerade dort lang fahren? Warum hast du die Person nicht bemerkt, die dich mit circa 80 km/h erfasste? ..."

 

 

 

 

Waltraud

verlor mit 17 Jahren ihren Vater bei einem Autounfall

"... Manchmal würde ich ihn gern etwas fragen. Eine Frage, die ich damals noch nicht hatte. Dann ist es schade, dass ich seine Antwort nie kennen werde. Denn er war ein kluger Mann. ...

Ich zucke auch nicht mehr zusammen und habe panisches Herzrasen, wenn irgendwo die Feuerwehr zu hören ist.
... Ich weiß nicht, wie ich gewesen wäre ohne das alles. Vermutlich - fröhlicher ..."

 

 

 

 

Heike S.

leistete bei einem Autounfall erste Hilfe

"... Das Geschehene belastet mich sehr, und die Angst,
dass mich einmal so ein Schicksal treffen könnte, steigt nun
noch mehr in mir hoch. Ich kann nur schwer darüber reden.
Es kostet mich viel Kraft. Und doch, ich würde wieder anhalten
um zu helfen ...


Es macht immer einen Sinn ..."

 

 

 

 

Selcuk

Arzt Schmerztherapie

"... Weil Angehörige häufig in ihrer Hilflosigkeit überfordert sind, und es für Außenstehende meist schwer nachvollziehbar ist, werden Beziehungen zu Lebenspartnern, zur Familie und schließlich zu einem selbst immens strapaziert ..."

 

 

 

 

Sonja

verlor am 12. Oktober 1996 ihre Tochter bei einem Autounfall

"... Die Fahrt endet jäh nach 700 Metern in der ersten Kurve vor dem einzigen Baum. Zwei Mädchen werden herausgeschleudert, meine Tochter und der Fahrer eingeklemmt.

Vier junge Menschen sterben in wenigen Minuten.

Meine Tochter ist dabei! ..."

 

 

 

 

Wolfgang

Polizist

"... Auf dem Weg zum Unfallort fragten wir uns, warum wieder
ein Kind, und wie konnte es zum Unfall kommen. Als wir die Wuhletalstraße erreichten, konnte man schon von weitem eine Menschentraube - Polizei, Presse und andere - in unmittelbarer Nähe einer Bushaltestelle erkennen. ...

Mir fiel sofort auf, dass ein paar Kinderschuhe auf der Fahrbahn standen. Einfach so, als wären sie stehen geblieben ... "

 

 

 

 

Christof

hatte vor viereinhalb Jahren einen Autounfall

"Ich: Christof, 27 Jahre, querschnittgelähmt seit viereinhalb Jahren.
... das Fahrzeug überschlug sich, und ich schleuderte durch das Fahrertürfenster auf die Strasse. Dadurch erlitt ich eine Fraktur zwischen unterstem Hals- und oberstem Brustwirbel und eine Lungenquetschung ...

Irgendwoher kommt diese Lebensenergie, ich möchte doch nicht mehr als ich brauche ..."

 

 

 

 

Susan

wurde im April 2005 als Radfahrerin von einem Auto angefahren

" ... Ich weiß nicht, ob ich die Polizei gerufen hätte, wenn es nicht mein Helfer getan hätte, oder ob ich als Opfer eines Unfalls beim nächsten Mal souveräner reagieren könnte. Aber als Zeugin eines Unfalls werde ich mich einmischen, das Opfer ansprechen, Hilfe rufen, das weiß ich sicher ... "

 

 

 

 

Norbert

Polizist

"... Besonders schmerzhaft ist, wenn ich mit einem Kollegen zu fremden Menschen fahren muss, und diesen dann mitzuteilen habe, dass ein lieber Angehöriger sein Leben auf der Straße verloren hat. Mal ist es das Kind, mal ein Elternteil ..."

 

 

 

 

Thomas J.

hatte Ende April 2002 einen Autounfall

"Ende Juni 2002 wachte ich im Krankenhaus auf. Ich war sehr erstaunt, was sollte ich im Krankenhaus? Ich fühlte mich, bis auf einige unbekannte, aber gut verheilte Narben, vollkommen gesund. Auf Nachfragen erfuhr ich, dass ich Ende April 2002 einen schweren Autounfall und ein Schädel-Hirn-Trauma dritten Grades erlitten hatte...
Alles, was vorher mein Leben ausgefüllt hatte, war plötzlich nicht mehr vorhanden. Wozu also weiterleben. Aber ein paar Sachen konnte ich vielleicht wieder herstellen ..."

 

+25.08.2008

 

Christian

leistete bei einem Autounfall in Afrika erste Hilfe

" ... Was wir dort vorfanden hatte ich bis dahin noch nie gesehen – der Einheimische lag bewusstlos und stark blutend seitlich auf der nackten Straße – aus Wortfetzen der Umherstehenden erfuhren wir, das das Unfallopfer von einem Fahrzeug erfasst und ca. 10 – 15 Meter mit geschliffen worden war – der Unfallverursacher hatte Fahrerflucht begangen. ... "

Ina

erlitt am 11. September 2000 gegen 18.30 Uhr einen Autounfall

"... Völlig fremde Menschen retteten mein Leben – einfach so... einfach weil sie helfen wollten oder weil sie sich für einen Beruf entschieden haben, in dem man Menschen das Leben rettet ..."

 

 

 

 

 

Anja

Polizistin

"... Es war ein wunderschöner Morgen, zwitschernde Vögel und traumhaftes Wetter. Das, was dort überhaupt nicht hineinpasste, war der Klang unserer Martinshörner und dieses Bild eines völlig zerrissenen Wagens und zweier sterbender Menschen.
Sie waren noch jung, wahrscheinlich zwei Freunde, die eine Nacht voller Spaß erlebt haben und keine Ahnung hatten, dass ihr beider Leben schlagartig um 05.20 Uhr an einem Baum enden sollte ..."

     

 

Sven A.

hatte am 11. September 2000 einen Autounfall

"... Sie machte gerade Feierabend und war auf dem Nachhauseweg, als ich dann mit meinem Auto mit viel zu hoher Geschwindigkeit auf ihrer Spur entgegen kam, und was dann geschah war der pure Horror! Ich stieg fast unverletzt aus meinem Auto und sah das völlig demolierte Auto von Ina- sie rief um Hilfe!

..Ich war völlig schockiert und dachte mir- was hab ich nur getan- warum bin ich nur so schnell gefahren? ..."

     

Antje und Martin

Antjes Bruder Martin hatte am 26. Oktober 2003 einen Autounfall

Antje:
"... Unfall - dieses Wort traf mich wie ein Blitz! Alles wurde dunkel und Ungewissheit machte sich breit.
... Wenn ich sehe, wie viele Unfälle passieren, stelle ich mir immer wieder die gleichen Fragen: Warum??? ..."

Martin: "... Ich hatte mich mit meinem besten Kumpel verabredet, dass wir am Nachmittag zur Tankstelle fahren, um uns Zigaretten zu kaufen und zu tanken. ... In der Ortschaft Tornow fuhren wir sehr zügig los und er voran.
Dann weiß ich von nichts mehr, und ich entschied mit meiner Naivität in Bruchteilen von Sekunden über Leben und Tod..."

 

Monika

verlor zwei Söhne. Am 2. Juli 1993, 22.10 Uhr und am 30. Juni 1996, 22.30 Uhr.

" ... Unsere zwei, schon erwachsene Jungs sind durch Unfälle ums Leben gekommen. Stephan verunglückte mit 25 Jahren durch einen Wildunfall auf seinem Motorrad am 2. Juli 1993 um 22 Uhr 10 tödlich und Matthias war 21 Jahre alt, als er am 30. Juni 1996, um 22 Uhr 30 auch durch einen Motorradunfall starb. Er wurde von einem Lkw mitgeschleift und verbrannte darunter ...
Als beide Söhne durch Motorradunfälle starben (unverschuldet), hörte ich oft: "...na ja, diese Motorradfahrer!" ... "

 

Herrmann R.

Notfallseelsorger

"... Die Tür geht auf. Die Frau sieht zwei Polizisten vor sich und zwei Notfallbegleiter in roten Einsatzjacken. Ihre Augen werden starr. Sie weiß es, bevor wir es sagen: ´Es tut uns unendlich leid, aber wir müssen Ihnen mitteilen: Ihr Sohn ist tödlich verunglückt!´ ..."

   

Karsten

Rettungsassistent

" ... In dem Wagen saßen vier junge Menschen im Alter zwischen 17 und 19 Jahren. Sie waren auf dem Weg zu einer Discothek.
Als wir an der Einsatzstelle eintrafen war von dem Fahrzeug selbst kaum noch was zu erkennen. Ein Straßenbaum hatte den Wagen in mehrere Teile zerissen, die im gesamten Starßengraben und auf dem angrenzenden Feld verstreut lagen. Und zwischen all diesen Trümmern lagen die vier Jugendlichen.
Ich war damals gerade mal 20 Jahre alt und sah nun vier fast gleichaltrige Menschen dort liegen. Dieses Bild verfolgt mich bis heute.
... "

Angelo

Feuerwehrmann

" ... Ich arbeite seit einigen Jahren im Rettungsdienst, werde also oft dienstlich zu Unfällen gerufen. Doch hier stand ich unvermittelt und ohne jede Ankündigung vor der Situation.. ... "

 

Jana

erlitt einen Autounfall


"... Plötzlich lief von rechts ein Hund auf die Straße! Ich weiß nur noch, dass ich versucht habe auszuweichen und mir dann plötzlich die
wichtigsten Lebensabschnitte meiner letzten 20 Jahre wie ein Film vor den Augen abgespielt wurden. ..."

 

Björn

Rettungsassistent


"... Der tödlich Verunglückte war nur wenige Jahre jünger als ich; das hat mich zum Nachdenken über meine sowie die Fahrweise vieler anderer gebracht. ..."

 

Jan O.

erlitt einen Autounfall


"... Ich lag zwei Monate auf der Intensivstation im Koma. Nur durch meine gute körperliche Verfassung auf Grund meiner jahrelangen sportlichen
Aktivitäten überlebte ich den Unfall, sagten die Ärzte. ..."

 

Elmar

Notarzt


"... Der Kollege sprach und ich stand dabei. Als Mutter und Schwester die schlechte Nachricht hörten, brachen sie in lautes Weinen aus.

Ich konnte nicht anders und weinte mit. ..."

 

Simone R.

erlitt einen Verkehrsunfall

"... Mein Freund hielt meine Hand, drückt mir ein Plüschherz in die Hand und versuchte mir schonend beizubringen, dass mir mein linkes Bein abgenommen werden musste. Ich dachte er macht einen schlechten Scherz. ..."

 

Eveline und Bodo

verloren Ihren Sohn Patrick bei einem Verkehrsunfall am 01.November 2007

Eveline: ".. Erst die Zeitungsberichte am nächsten Morgen gaben uns die Gewissheit, dass gestern unser Sohn Patrick getötet wurde. Ich sah seine Hände, seine unverwechselbaren schlanken Hände. .. Ich fasse es heute noch nicht und werde Patrick – mein Kind für immer vermissen.
Bodo: "...Du wirst von einem Moment auf den anderen in eine Situation gezwängt, die Du nicht kennst und nicht beherrschst. Dein normales Leben, was Du bis dahin geführt hast, ist damit vorbei- du lebst nicht mehr richtig du funktionierst nur noch. ..."